soundLink #12
Ja, es gibt ihn noch: Den Dark Edge soundLink! Den Rolls Royce unter den Musikkolummnen, den Lagerfeld des gehobenen Sounds. Willkommen zu einer neuen Ausgabe der unglaublich selbstüberschätzenden Genialität!
Heute geht es hier bei uns um Filmmusik, denn was könnte besser in unser Gesamtkonzept passen als die Verbindung von Bild und Ton? Oft wird Filmmusik unterschätzt, ihre Wirkung auf den Gesamteindruck eines Films wird häufig überhaupt nicht wahrgenommen, und doch ist sie maßgeblich daran beteiligt. Sie ist in der Lage die Aussage der Bilder unbemerkt zu unterstützen, Szenen zu einem Ganzen zu verbinden, Assoziationen wachzurufen oder ganz bewusst einen Kontrast zum Gezeigten herzustellen, um auf einer ganz eigenen Ebene ironische Brüche einzuführen und Elemente in den Film einzufügen, die auf der Leinwand nicht zu sehen sind.
Oder denken wir an Horrorfilme: Wer schon einmal einen Horrorfilm gesehen hat und dabei den Ton abgestellt hat wird gemerkt haben, dass die ganze gruselige Wirkung des Films dahin ist. Ohne die spannende Untermalung, der Musik, die plötzlichen Einsätze und dergleichen, funktioniert der Film nicht mehr.
Heute möchte ich den Soundtrack zum Film The Assassination Of Jesse James By The Coward Robert Ford vorstellen.
Der Film an sich soll hier nicht diskutiert werden, es ist kaum zu bestreiten, dass er einige Längen aufweist, allerdings sorgt meiner Meinung nach die Fimmusik von Nick Cave und Warren Ellis dafür, dass der Film dennoch funktioniert.
Durch den Einsatz von Streichern und viele Pianoklänge schaffen die Komponisten eine melancholische Grundstimmung, die den Film hervorragend unterstützt.
Jede Szene ist in der Musik wiederzuerkennen, was meiner Meinung nach immer sehr für einen Soundtrack spricht. Hört man ihn sich komplett an, so kann man den Film akustisch noch einmal durchleben.
Der atmosphärisch sehr starke Soundtrack unterstützt die Bilder dieses doch sehr untypischen, dialoglastigen Westerns und führt dazu, dass das Zuschauer trotzdem an den Film gebunden wird und ihn sich zumindest bis zu Ende anschaut. (Nun ja, jedenfalls die meisten Zuschauer.)
Auch wenn einem der Film nicht gefallen hat sollte man ruhig einmal in den Soundtrack hinein hören. Auch losgelöst von den Bildern ist er nämlich einfach nur ein wunderschönes Stück Musik, das es nicht verdient hat, gemeinsam mit dem Film in den Archiven zu verstauben.